Nicht die Worte
sondern unser Körper verrät die Täuschung!
30.05.2017
Allgemein, Mimik

Immer wieder lässt sich beobachten, dass der menschliche Körper Emotionen oder Gefühle in Echtzeit widerspiegelt: Gerade dann, wenn Menschen aufgrund einer unbehaglichen Situation – wie Lüge oder Täuschung – in Angst oder Stress geraten.

In der Regel achten Menschen, die eine Täuschung verdecken wollen auf ihre Wortwahl, denn diese lässt sich weit aus leichter planen, als die eigenen Gefühle zu kontrollieren. Denn im Gegensatz zu unseren Gefühlen bzw. Emotionen oder Reflexen unterliegt die verbale Sprache vollkommen unserem Bewusstsein. Lassen wir uns also rein von den Worten unserer Mitmenschen leiten, so können wir eine Lüge nicht von der Wahrheit unterscheiden.

Anders sieht es jedoch aus, wenn wir das Gehörte mit anderen Merkmalen der Kommunikation verknüpfen und neben der verbalen Sprache die nonverbale und die paraverbale Sprache ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rücken.

Wenn ein Lügner versehentlich die Wahrheit verrät, kann man diesen Vorgang auch als Durchsickern beschreiben: bildlich betrachtet gibt es quasi ein »Leck«.

In der ganzheitlichen Betrachtung der Kommunikation möchte ich in Bezug auf Täuschung oder Lüge zwei körpersprachlichen Lecks besonders hervorheben, die ein Laie in der Regel wenig beachtet: Illustratoren und Embleme.

Illustratoren begleiten das Wort oder die Rede untermalend. So kann ein Gedankenfluss in der Luft nachgezeichnet werden oder die Gestik stellt eine Handlung dar, um das Gesagte damit zu wiederholen oder zu unterstreichen. Meistens handelt es sich um das Gestikulieren der Hände, aber auch mimische Bewegungen der Augenbrauen und des oberen Augenlids können das Gesagte illustrieren. So gibt es Untersuchungen die erklären, in welchen Fällen ein Nachlassen der sonst üblichen Illustratoren ein Täuschungshinweis sein kann. Hat ein Lügner etwa seinen Text nicht gut vorbereitet um so mehr er unter Stress und somit auch unter Anspannung bzw. unter Lähmung steht.

Embleme haben in der Körpersprache eine ganz präzise Bedeutung, die jedem Mitglied einer kulturellen Gruppe bekannt sind. Das Achselzucken und gewisse Fingerzeichen sind nur zwei gängige Beispiele dafür, dass oftmals auch Embleme anstelle von Worten verwendet werden. Im Allgemeinen werden Embleme fast immer vorsätzlich ausgeführt. Der Person, die ein Emblem zeigt, ist bewusst, was sie tut. Doch davon gibt es auch Ausnahmen, denn ähnlich dem »Freudschen Versprecher« gibt es auch Ausrutscher in der Körpersprache: Leck-Embleme machen sichtbar, was die Person zu verheimlichen bemüht ist. Embleme sind uns in üblicher Gestik bekannt, meist werden sie unmittelbar vor dem Körper zwischen Taille und Hals ausgeführt.

Leck-Embleme jedoch zeigen sich nie in dieser uns vertrauten Form. Ein ausgestreckter Mittelfinger – ein gängiges Emblem – zeigt sich im Fall eines Leck-Emblems somit nicht ausgestreckt in der Luft, dort wo wir ihn vermuten, sondern beispielsweise ausgestreckt mit der Hand auf dem Knie. Genau wie das Emblem Achselzucken, welches sich bei einem Leck-Emblem auf kleine Drehungen der Hände beschränkt, während diese im Schoß liegen.

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